Laik Ndis Yoo ! :)

Beasiswa PHD di Jerman

22.4.08 |

PhD - Students / Promotionsvorhaben

University of Hamburg (Germany)

Wer hat Interesse, im folgenden Forschungsfeld eine Promotionsarbeit
unter meiner Betreuung anzufertigen:

‚Die Stagnation – Gesellschaftliche und wirtschaftliche Ursachen, Folgen
und Chancen der stagnativen Wirtschaftsentwicklung in der Bundesrepublik
Deutschland seit 1990’

Die (alte) Bundesrepublik und ihre Institutionen – des Arbeitsmarktes,
der industriellen Beziehungen und des Sozialsystems – sind ein Kind der
wirtschaftlichen Prosperität, des goldenen Zeitalters oder kurz: des
Booms. Das Ende dieser Wachstumsentwicklung prognostizierten nicht nur
marxistische Ökonomen und Soziologen, sondern auch keynesianisch
orientierte Wissenschaftler und jene Skeptiker, die die ökologischen
‚Grenzen des Wachstums’ überschritten sahen. Tatsächlich war spätestens
mit den beiden Ölpreiskrisen in den 1970er Jahren das Ende der
Wachstumseuphorie des westdeutschen ‚Nachkriegs-Wirtschaftswunders’
gekommen, die 1980er Jahre sahen in der alten Bundesrepublik und
weltweit eine stagnative Wirtschaftsentwicklung, deren Ursachen in
überbordender (traditionelle Ökonomik) bzw. fehlerhafter (Neo-Marxismus)
Marktregulierung beim Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungs-
bzw. Informationsökonomie oder in Sättigungsphänomenen und mangelnder
bzw. fehlerhafter wirtschaftspolitischer Intervention
(Post-Keynesianismus) gesehen wurden. Die neoliberale Wirtschaftstheorie
mit ihrer Krisenerklärung gewann weltweit die Deutungshoheit. Die 1990er
Jahre sahen eine erstaunliche Renaissance des ‚liberalen Kapitalismus’
angelsächsischer Prägung, die sowohl in den USA als auch in
Großbritannien und Neuseeland auf einer Überwindung der Stagnation der
1980er Jahre fußte, wie sie sich für Deutschland nicht manifestierte.

Vor diesem Hintergrund sind sowohl die Ursachen dieser
Wirtschaftsentwicklung zu beleuchten, wie auch die ökonomischen und
gesellschaftlichen Folgen zu untersuchen sind. Lässt sich ein neuer
Akkumulationstyp bestimmen oder ist die Wirtschaftsentwicklung mit den
bekannten Wachstums- und Akkumulationstheorien zu erklären? Sind
fehlerhafte Institutionalisierungen oder unzureichende
Governance-Prozesse ursächlich für die Stagnation? Oder wird die
Stagnation ‚künstlich’ erzeugt, um partikularen Interessen durch einen
erzwungenen Institutionenwandel zu dienen? Wurden in der Stagnation
Weichen für einen institutionellen Wandel gestellt, die auch unter
veränderten Wachstumsbedingungen nur schwer rückgängig zu machen, also
weitgehend irreversible sind (Pfadabhängigkeiten?) Welche Konsequenzen
hatte die lang anhaltende wirtschaftliche Stagnation für
gesellschaftliche Diskurse über Gerechtigkeit, Umwelt, Staat und
theoretische Entwicklungen der Fachdisziplinen? Lassen sich aus den
Erfahrungen mit der Stagnation ökonomische Bedingungen für einen
nachhaltige(re)n Pfad ökonomischer Entwicklung und dessen
gesellschaftliche Akzeptanz ableiten? Können Stagnation und Wachstum
überhaupt als sinnvolle Entgegensetzungen sozio-ökonomischer
Entwicklungen angesehen werden?

Anträge zur Förderung eines entsprechenden Promotionsvorhabens können
bei verschiedenen Stiftungen gestellt werden und würden von mir
nachdrücklich unterstützt!

Informationen oder Projektskizze: Prof. Dr. Arne Heise (Tel. 040 42838
2209; Arne.Heise @ wiso.uni-hamburg.de)



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